Begründung zur Auflassung

"Bauen in München 1960 bis 1970"
herausgegeben vom Baureferat der Landeshauptstadt München, Seite 142 ff.

"... der für die Unterhaltung und Reinigung der Bachgerinne erforderliche Aufwand, die ständige Gefährdung der baulichen Sicherheit an den unterirdischen Bachstrecken, der Unterhalt der Überbrückungen und Überbauungen, die hygienischen Gefahren von durchfeuchten Wohnhäusern am Wasser, die Gefahr des Ertrinkens - Kinder sind besonders gefährdet - und nicht zuletzt die untragbare Behinderung des Baus von unterirdischen Verkehrsanlagen führten dazu, die Notwendigkeit der Stadtbäche zu überprüfen. Da wegen des 1960 einsetzenden Verkehrsausbaues nicht mehr gewartet werden konnte, bis auch der letzte Wasserrechtsbesitzer seine Wasserkraftanlage aufgeben würde, mußten die noch bestehenden Triebwerke auf Kosten der Stadt abgelöst werden. Die nachteiligen Folgen, die eine Erhaltung der Bäche mit sich gebracht hätte, wären derartig schwerwiegend gewesen, daß demgegenüber der Nutzen einiger weniger privaten Triebwerksbesitzer nur untergeordnete Bedeutung hatte. Die Beseitigung der Bäche trägt mit zur Altstadtsanierung bei, da die meisten Anlieger die Bäche mit Recht als Hindernis bei einer Modernisierung und einem Umbau ihres Althausbesitzes betrachten mußten."

Durchführung der Bachauflassung

"Auch von anderen Standpunkten aus gesehen war die Zeit reif für eine möglichst weitgehende Beseitigung der Bäche links der Isar. Sie waren nur noch Hemmnis für die Weiterentwicklung der Planungen. Aus diesem Grunde wurden von den 1960 vorhandenen rund 17,5 km Bachläufen 12 km aufgelassen. Die aufgelassenen Bäche wurden an den Kreuzungsstellen mit öffentlichen Verkehrsflächen, also hauptsächlich an den Straßenkreuzungen, aus Gründen der Verkehrssicherheit setzungsfrei mit Magerbeton gefüllt. Bei dieser Aktion entstanden beträchtliche Kosten. Allein für die Ablösung der Wasserrechte waren 8,8 Mio. DM auszugeben. Die Kosten der für die Auflassung nötigen Baumaßnahmen machten etwas über 6 Mio. DM aus, so daß die Auflassung insgesamt rund 15 Mio. DM kostete. Die Durchführung der Bachauflassung war kompliziert, der Einsatz hat sich jedoch gelohnt. Die Bäche konnten so rechtzeitig aufgelassen werden, daß der Bau der unterirdischen Verkehrsanlagen nicht behindert wurde."

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