Maria Kellerer

Das Kind von der Au

In der Au, da bin ich geborn,
in der Au, bin a Lausdeandl worn,
hab g'schussert, hab Roaf triem,
hab Reiba und Schande gspuit
und war wia zehn Buam so wuid.
Hab mich beim Kugeder im Reihergassl versteckt
und hab die dreackadn Füass in Auer Mühlbach neigesteckt.
In der Nockhastrass hab ich gwohnt,
wo vui kloane Häuserl warn,
d'Leut warn net reich, warn a net arm.
Es warn Handwerker und gemüatliche Leit
warn immer lustig, es gab selten Streit.
Es war sche in der kloana Straßn
unterm bekannten Nockherberg.
A Bauernhof war da,
der hat am Amesreiter gehört,
an schönen Abenden hat da Beinkofer
vor seim Häuserl Trompetn gspuit,
beim Ketterl hat da Hofhund bruit,
da Rampf hat seine Goassn einetriem
und beim Jagerwirt san Kartnspieler sitzenbliem.
Dann war da da Maier Karl, a bucklada Mo,
an den denk i immer dro,
wenn der mit sein Stangerl hat d'Latern ozundn
da san mir Kinder von da Straß verschwundn.
Lang is vorbei, de schöne Zeit,
lebn nimmer vui von de altn Nockherstraßn-Leit,
der Krieg hat d'Straßn net verschont, hat vui dawischt,
hat de kloan Häuserl in Bodn neigwischt.
So kunnt i no vui von der Au hersong,
was sich in meiner Jugend hat zugetrang.
Aber ich bin von ganzen Herzen glücklich und froh,
daß i wieder in der Au wohna ko.

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