Papierfabrik und MD

1921 - Papierfabriken:

1921 - Papierfabriken:

Am Kegelhof und Kirchplatzstraße

München Dachauer AG für Maschinenpapierfabrikation

"Auf der Insel", beim heutigen "Kegelhof" und Münchens erstem Industrieviertel, stand eine Mühle, der Kaiser Ludwig der Bayer am 27. August 1347 mit einem "Freibrief" dem Papierfabrikanten Michael von Pachner die Bewilligung zum Betrieb einer Papiermühle erteilte. Nach einem Spruch des Kaisers durfte die Mühle als einzige im Umkreis Papier herstellen. Damit bekam sie für München eine herausragende Bedeutung, denn sie war eine der ersten Papiermühlen Deutschlands und damit auch eine der bedeutendsten, die mit der Erfindung des Buchdrucks, aufgrund der enormen Nachfrage nach Druckpapier, ungeheuer wuchs. Die Papiermühle erhielt eine solche Bedeutung, dass alle anderen in den Hintergrund treten mussten.

Da Papier durch die Verfilzung feinster Fasern entsteht, die man früher aus Hadern, Lumpen und Resten von gebrauchten und abgenutzten Geweben gewann, wurden zur Versorgung der Papiermühle mit Rohstoffen deshalb so genannte "Lumpensammler" eingesetzt. Am 13. September 1638 erteilte Kurfürst Maximilian I. auch dem Papiermüller Michael Mayr das Patent des Hadernsammelns im ganzen Land. Das Monopol und Ausfuhrverbot des Lumpensammelns sollte den Vorrat an Papier sicherstellen. Doch als die Papierer ihren Profit erhöhen wollten und den Hadernpreis drückten, führten die "Haderlumper" das Rohmaterial - trotz Verbots - außer Landes. Über den Hadernmangel entstand nun Papiermangel. Es kam zu Verhandlungen, bei denen man sich auf einen angemesseneren Preis einigen konnte. Und da mit steigendem Verwaltungsaufwand auch der Papierbedarf ins Unermessliche stieg, brauchte man den Papiermangel bald nicht mehr künstlich zu erzeugen.

Unter Michael Mayrs Sohn, Christoph, stand der Betrieb in vollster Blüte. Christoph Mayer erhielt am 2. Mai 1682 von Kurfürst Max Emanuel "das Privilegium, daß auf sieben Meilen Wegs um die Residenzstadt keine Papiermühle aufgerichtet werden dürfe" erteilt. Das bedeutete das Monopol zur alleinigen Papiererzeugung in München und im Umland. Christoph Mayr und seine Nachkommen haben die Mühle genau einhundertelf Jahre betrieben.

Über Johann Michael Pachner ging die Mühle an den Hofbuchdrucker Rosl und kam auf dem Erbweg an dessen Schwiegersohn, dem Ingenieur Gustav Medicus. Im Jahr 1860 brannte die Mühle ab, wurde aber wieder aufgebaut. Die Firmenleitung vereinigte sich im Jahr 1862 mit einer in Dachau ansässigen Papierfabrik zu der "München-Dachauer-Aktiengesellschaft für Maschinenpapierfabrikation". Anschließend wurden die Produktionsstätten Zug um Zug nach Dachau verlegt.

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