Kolumbusplatz

Kolumbusplatz

Kolumbusplatz

auch eine U-Bahnstation

Am Kolumbusplatz stand das älteste beurkundete Bauwerk Giesings, das "Hofkrankenhaus für kurfürstliche Hofbedienstete", das um das Jahr 1694 von Bogenhausen dorthin verlegt wurde. Lorenz Westenrieder lobte das Krankenhaus in den schillerndsten Farben: "Es hat für epidemische Krankheiten eine vortreffliche Lage an einem reinen Isarkanal, genießt der gesündesten Luft, und hat eine musterhafte Einrichtung".

Im Jahr 1801 ließ man das "Hofkrankenhaus" auf und wandelte es zwei Jahre später in eine "Irrenanstalt" um. Bis dahin waren die Geisteskranken im "Haus für Wahnsinnige" im Münchner "Heiliggeistspital" untergebracht. Da die Räume im "Heiligeistspital" für die Irren auf Dauer nicht ausreichten, kam es zur Verlegung an den Kolumbusplatz, wo diese Einrichtung unter dem Titel: "Magistratisches Krankenhaus zu München" oder auch "Irrenhaus Giesing" zum schlechten Ruf Giesings beitrug. In zeitgenössischen Beschreibungen Münchens fand Giesing eigentlich nur wegen seines "Narrenhauses" Erwähnung. "Untergiesing, ein Dörfchen am südlichen Ende der Vorstadt Au, hat eine Irrenanstalt, die jedoch wegen Mangel an Dotation (Ausstattung mit Einkünften und Gütern) den Anforderungen der Heilkunde nicht in dem Maß entsprechen kann, wie ähnliche Anstalten in anderen Hauptstädten".

Das "Irrenhaus Giesing" bestand bis zum Jahr 1859, danach wurde die Anstalt in die Hochau verlegt, wo die "Kreisirrenanstalt" am 21. November 1859 eröffnet wurde. Sie stand unter der Leitung des Obermedizinalrats Dr. Bernhard von Gudden, dem Arzt, der mit König Ludwig II. im Starnberger See ertrank.

Mit der Eröffnung der "Kreisirrenanstalt" nutzte man die Gebäude am Kolumbusplatz für das "St.-Nikolai-Spital für Unheilbare", das vorher am Gasteig stand. Im September 1860 zogen die Spitalinsassen nach Untergiesing um. Waren die Raumverhältnisse und die Unterbringung der "Pfründner" am Gasteig schon misslich, so gestalteten sich die Verhältnisse im "Neuen Nicolaispital" noch ungünstiger, sie wurden damals sogar als "menschenunwürdig" bezeichnet. Trotzdem war das Spital siebzehn Jahre in Betrieb. Erst mit dem Bau der Eisenbahnlinie um das Jahr 1870, musste sich der Magistrat gegenüber der "Eisenbahn-Gesellschaft" verpflichten, das Gebäude abzubrechen. Es dauerte dann aber immer noch bis 1877, bis der Umzug der "Unheilbaren" nach Haidhausen, ins "Krankenhaus Rechts der Isar", erfolgen konnte. Nach der Verlegung der ehemaligen "Irrenanstalt" wurden die Gebäude auf Abbruch versteigert.

Zwischen 1895 und 1897 wurde die "Volksschule" an der Kolumbusstraße als "Musterschule" durch Carl Hocheder errichtet. Um die Jahrhundertwende war die Bezeichnung "Münchner Architektur" auch im Ausland ein Qualitätsbegriff. Speziell zwei Gebäudetypen wurden zu einem beliebten "Exportartikel": der "Bierpalast" und das "Schulhaus". Mit Carl Hocheders "Volksschule am Kolumbusplatz" war der vorläufige Höhepunkt erreicht. Seit dem Jahr 1898 waren in den Volksschulen Schulgärten, Brausebäder und die Turnsaalanbauten feste Bestandteile. Schulküchen, Schulwerkstätten und Horte wurden bei Bedarf eingefügt.

Die Schule wurde im 2. Weltkrieg, in der Nacht vom 24. zum 25. April 1944 von englischen Bombern total zerstört und danach auch nicht wieder aufgebaut.

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